Was haben wir getan?Alexander Rossa 2007 Der Hauch des Todes fegt über die trostlose Ebene. Bleiern und kraftlos, im Schatten der verzweifelten Schreie, folgt er dem Leben, wie ein Trauerzug mit gesenktem Haupt. Vertrocknete Halme, vereinzelt den staubigen Boden durchlöchernd, sie zittern erbärmlich. Kleine Feuer flackern weit verteilt, knisternd die Glut, die blutende Erde endlich zu trocknen. Mattes Licht überall, die Sonne verborgen hinter dichten Schleiern der Verzweiflung. Dort picken Krähen in der Ferne an verkohlten Fetzen. Endlose Ödnis, das Auge zu entzünden, bittere Tragik für den gelähmten Geist. Schroffer Boden kratzt unter nacktem Knie. Das Gesicht verstaubt, zerfurcht durch schmutzige Täler vertrockneter Tränen. Gedankenlos, ein starrer Blick in die karge Ferne, das Feuer im Herzen erloschen. Gebrochen der Wille zu leben, wartend, ausharrend, auf den erlösenden Tod. Einsamkeit und Verzweiflung schaben an der Seele, gnadenlos und gierig. Doch ohne Gespür ist er, kniend vor sich selbst. Taub und ohne jegliche Regung ist er inmitten der spröden Trostlosigkeit, den leblosen Blick in die zerschundene Ferne gerichtet, suchend nach dem frischen Grün der Vergangenheit. Vergeblich. Kein Halm regt sich, keine Blume duftet, kein Vogel singt, nah, wie fern. Kein Kinderlachen hallt. Duftende Aue ist dem beissenden Geruch der Vergänglichkeit gewichen. Jeder Lidschlag wird zur brennenden Qual. Erinnerungen scheinen zu verblassen. Langsam, doch beständig, ohne Gnade. Die Hitze brennender Körper, alle Seelenfarben lässt sie auf ewig ergrauen. Kein Tränenmeer vermag sie zu löschen, keine noch so wallende Hoffnung sie ersticken, die Feuer. Die flackernden Zeugen überall. Auf den finsteren Tag, folgt die schwarze Nacht. Eine vergangene Welt dreht sich vom Schmerz, in die Verzweiflung hinein. Zitternde Beinchen schaukeln zwischen verkohlten Stümpfen. Ein sterbendes Rehlein, so zart, so empfindsam, kümmerliche Reste der Zukunft auf dem kleinen Rücken. Die Mutter im Glühen verloren, so legt es sich ab, um kraftlos zu sterben. Saure Lebenstropfen überall, sie lassen weisse Ascheflöckchen lustig tanzen, zu längst verstummter Musik. Rauchschwaden verschlingen sich über den Feuern zu bizarren Gebilden. Lassen einen Walzer der Vernichtung vermuten, in einem Ballhaus der Hölle. So bläst ihm der Tod seinen stinkenden Atem in das vertrocknete Gesicht. Der Hauch des Todes fegt über die trostlose Ebene.

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